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3. 1933 - 1939: Die I.G. Farben und der NS-Staat

Die Beziehung und das Verhältnis der I.G. Farben zum Nationalsozialismus ist für die Geschichte des Dritten Reiches von besonderer Bedeutung. Die I.G. machte Deutschland bei vormals fehlenden, kriegswichtigen Stoffen autark und dies mit dem ausdrücklichen Ziel der Vorbereitung eines Angriffskrieges.

"Ohne die I.G. Farben, insbesondere ohne die I.G.-Produktion auf den Gebieten des synthetischen Gummis, des synthetischen Treibstoffs und des Magnesiums, wäre es für Deutschland ausgeschlossen gewesen, einen Krieg zu führen."
(I.G. Vorstandsmitglied Heinrich Bütefisch, 1947 in Nürnberg)[75]


Hitler und Fritz ter Meer auf dem Titelbild der I.G.-Werkszeitschrift vom März 1936
(O.M.G.U.S.: Ermittlungen gegen die I.G. Farben – Hrsg. Hans Magnus Enzensberger; Verlag Franz Greno, Nördlingen 1986 (Sonderband der Anderen Bibliothek); ISBN 3-891-900-198.)

Zu Beginn der dreißiger Jahre wurde die NSDAP zur stärksten politischen Kraft in Deutschland, so dass auch in industriellen Kreisen eine mögliche Regierungsbeteiligung Hitlers immer mehr in Betracht gezogen wurde. Die bürgerlichen Parteien, mit Ausnahme der Zentrums-Partei, wurden - trotz der Finanzierung durch die Wirtschaft - politisch immer bedeutungsloser, und nur noch SPD und KPD waren von besonderer Relevanz. Bei den I.G. Farben war man sich darüber bewusst, dass nur eine grundlegende Änderung im politischen Bereich, die rebellierenden radikalen Massen wieder unter Kontrolle bringen konnte.[76] Angetrieben durch ihre latent antikommunistische und arbeiterfeindliche - im Sinne einer organisierten Arbeiterschaft - Haltung, sahen sie in dieser Zurückgewinnung der Kontrolle nicht zuletzt die Möglichkeit zu einem wirtschaftlichen Wiederaufstieg.[77]

"Fortwährend ruft das deutsche Volk nach einem Führer, der es aus seiner unerträglichen Lage befreit. Kommt nun ein Mann, der bewiesen hat, daß er keine Hemmungen hat, und der gesonnen ist, den Geist der Frontgeneration in friedlicher Befreiungsarbeit einzusetzen und zu verwirklichen, so muß diesem Mann auch unbedingt Folge geleistet werden."[78] (Aus der Rede Carl Duisbergs anlässlich der 100-Jahr-Feier der Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf am 23. Juni 1931)


[75] Radandt, Hans: Fall 6 – Berlin 1970; S. 33 — zitiert nach Köhler, Otto: ... und heute die ganze Welt; Die Geschichte der I.G. Farben und ihrer Väter – Rasch und Röhrig Verlag: Hamburg, Zürich 1986; ISBN 3-89438-010-1; S. 205. — siehe auch: O.M.G.U.S.: Ermittlungen gegen die I.G. Farben – Hrsg. Hans Magnus Enzensberger; Verlag Franz Greno, Nördlingen 1986 (Sonderband der Anderen Bibliothek); ISBN 3-891-900-198; S.15.
[76] vgl. Tammen, Helmuth: Die I.G. Farbenindustrie Aktiengesellschaft (1925-1933); ein Chemiekonzern in der Weimarer Republik – Helmuth Tammen: Berlin 1978; S.287f.
[77] vgl. Schneckenburger, Arthur: Die Geschichte des I.G. Farben-Konzerns; Bedeutung und Rolle eines Großunternehmens – Pahl-Rugenstein: Köln 1988; ISBN 3-7609-5242-9; S.53
[78] zitiert nach Tammen, Helmuth: Die I.G. Farbenindustrie Aktiengesellschaft (1925-1933); ein Chemiekonzern in der Weimarer Republik – Helmuth Tammen: Berlin 1978; S.392. — siehe auch: Schneckenburger, Arthur: Die Geschichte des I.G. Farben-Konzerns; Bedeutung und Rolle eines Großunternehmens – Pahl-Rugenstein: Köln 1988; ISBN 3-7609-5242-9; S.52

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