"Aber erst im Kriege vermochte die deutsche Chemie, die große Probe auf ihre Bewährung zu liefern. Es ist keine Übertreibung zu sagen, daß ein moderner Krieg ohne die Ergebnisse, die die deutsche chemische Industrie unter dem Vierjahresplan erzielte, unvorstellbar wäre." (Dr. von Schnitzler, Zentralausschussmitglied des Vorstands der I.G., 10. Februar 1943)[118]
Die I.G. sollte - in vollem Bewusstsein der Vorbereitung eines Angriffskrieges - die Führungsrolle bei den industriellen Kriegsvorbereitungen übernehmen. Allen beteiligten führenden Männern in der I.G. war das Streben nach Macht und Geld wichtiger als das Leiden und der Tod von Millionen, die fallen mussten, damit die Gewinne stiegen.
Die Fabriken und Laboratorien der I.G. machten Überstunden für Hitlers geplanten Überfall auf die Welt. Eine auszugsweise Liste der Produkte, die die I.G. für Deutschlands Wiederaufrüstung herstellte, beweist wie unersetzlich die I.G. war. 1943 sollten auf die I.G. Farben folgende Produktionskapazitäten entfallen: 100% der deutschen Methanolproduktion, die für die Herstellung von Kunststoffen, Kunstharzen und Kautschuk unerlässlich war, 100% der Seren und Schmieröle, 95% der Giftgase, 95% der gesamten Nickelförderung in Deutschland, 92% der Plastiziermittel, 90% der organischen Zwischenprodukte, 90% der Kunststoffe, 88% des Magnesiums, das für die deutsche Flugzeug- und Brandbombenherstellung unentbehrlich war, 84% der Sprengstoffe und 75% des Stickstoffs, der für die Sprengstoffherstellung notwendig war. Mehr als 60% der gesamten von der I.G. hergestellten Hauptprodukte waren für die Wehrmacht von erstrangiger Bedeutung.[119]
Carl Krauch sollte der Mann werden, der die I.G. in den Mittelpunkt der Kriegsvorbereitungspläne führen sollte. Und Carl Krauch war kein Mann, der die Entwicklungen dem Zufall überlassen wollte - seine ersten offiziellen Kontakte mit den Nazis begannen schon 1933.
Er sorgte dafür, dass die I.G. in der Person Max Ilgners schon im Juni 1933 am geheimsten Unternehmen des damals noch jungen 3. Reiches beteiligt wurde - nämlich dem (völkerrechtswidrigen) Aufbau einer illegalen Luftwaffe, für welche die I.G. die Versorgung mit Flugzeug-Benzin gewährleisten wollte. Schon am 15. September 1933 (!) überreichte Krauch seinen Bericht über die deutsche Treibstoffwirtschaft und entwickelte einen Vierjahresplan zur Ausweitung der Produktion einheimischer Treibstoffe. Das Hydrierverfahren der I.G. nahm hierbei (ganz nebenbei) eine zentrale Stellung ein. Dieser Plan, der schon 1932 formlos mit Hitler als Benzinpakt abgeschlossen worden war, wurde schließlich in eine rechtsgültige Form gebracht und am 14. Dezember 1933 von Bosch und Schmitz im Namen der I.G. und von Vertretern des 3. Reiches unterzeichnet (s.o.). Der Vertrag sicherte der I.G. den Schutz vor der Pleite (aufgrund der riesigen Fehlinvestitionen in die Hydriertechnik) und den Nazis die Treibstoffversorgung für einen ganzen Krieg. Die I.G. hatte im Jahr 1933 und Anfang 1934 rund 2 Mio. RM in die NSDAP und Adolf Hitler investiert - ohne diesen Vertrag hätte sie 300 Mio. RM als Verluste abschreiben müssen. Investitionen in Politiker haben eben stets - genau wie heute - die höchste Rendite.
Im Oktober 1934 war es wieder Carl Krauch, der am zuständigen Wirtschaftsminister Hjalmar Schacht vorbei für das Reichswehrministerium den ersten großen Mobilisierungsplan für Mineralöl erstellte. Und er war es auch, der im Juli 1935 Staatssekretär Milch in Oppau herumgeführt hat, um ihm die Leistungsfähigkeit der I.G. zur Unterstützung der (noch illegalen) Luftwaffe zu zeigen.
Schon im März jenen Jahres hatte die I.G. eine Denkschrift für den Rüstungsbeirat des Reichswehrministeriums vorgelegt, und verlangt "eine wehrwirtschaftliche Neuorganisation zu schaffen, die den letzten Mann und die letzte Frau, die letzte Produktionseinrichtung und Maschine sowie den letzten Rohstoff der Erzeugung von kriegswichtigen Produkten zuführt und alle Arbeitskräfte, Produktionseinrichtungen und Rohstoffe in einem straff militärisch geführten wirtschaftlichen Organismus eingliedert."[120] Die in dieser Denkschrift offen dargelegten Kriegsvorbereitungen müssen auch in im Zusammenhang "mit dem Übergang zum offenen Aufbau der Luftwaffe" gesehen werden.[121]
Diese Denkschrift von 1935 zeigt sich deutlich als eine präventive und definitiv gewollte Maßnahme des Konzerns, in den absehbaren Rüstungsplanungen eine - wenn nicht gar die - entscheidende Rolle zu spielen. Und damit eben dies möglichst reibungsfrei und effektiv funktionieren konnte, wurde im September 1935 "zur Vereinheitlichung und Zusammenfassung aller Aufrüstungsangelegenheiten und zur Gewährleistung einer ständigen Verbindung vor allem mit den militärischen Stellen die Vermittlungsstelle W (W wie Wehrmacht) geschaffen."[122] Die Oberleitung dieser Vermittlungsstelle W in der Berliner I.G.-Niederlassung hatte kein geringerer inne als - wie könnte es anders sein - Carl Krauch.

Parallel zu dieser Entwicklung war schon seit einiger Zeit ein Disput zwischen Hjalmar Schacht und Göring bzw. Krauch am Schwelen, der im August 1936 seinen Höhepunkt erreichte: Schacht, Reichsbankpräsident, Reichswirtschaftsminister und (gerade noch) Generalbevollmächtigter für die Wehrwirtschaft, weigerte sich aufgrund seiner Kenntnisse der Finanzpolitik zunehmend, die äußerst kostenintensiven Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der I.G. durch den Staat bezahlen zu lassen, und plädierte stattdessen für Vorratshaltung und günstige Einkäufe auf dem Weltmarkt. Die Nazis und die I.G. hingegen wollten ein möglichst autarkes Deutsches Reich, und zur Erreichung dieses Zieles sollte kein Preis zu hoch sein (was dem Geldbeutel der I.G. wiederum nicht unrecht war).
Doch diese kräftezehrenden inneren Reibereien innerhalb des Rüstungsmanagements um die effektivsten Methoden zur Aufrüstung sollten - I.G. sei Dank - bald beendet werden.
Die Entscheidung fiel am 26. August 1936, kurz nach der 'Olympiade des Friedens', in Berlin. An diesem Tage präsentierte Hitler eine mit Hilfe von Krauchs Vorgaben (am deutlichsten zu erkennen unter III. und IV., s.u.) geschriebene 'Geheime Denkschrift', die das militärische Konzept einer "Vorwärtsverteidung gegen den Bolschewismus" behandelte:
"Das Ausmaß und das Tempo der militärischen Auswertung unserer Kräfte können nicht groß und nicht schnell genug gewählt werden! Es ist ein Kapitalirrtum zu glauben, daß über diese Punkte irgend ein Verhandeln oder ein Abwägen stattfinden könnte mit anderen Lebensnotwendigkeiten.(...)
Wenn es uns nicht gelingt, in kürzester Frist die deutsche Wehrmacht in der Ausbildung, in der Fragestellung der Formationen, in der Ausrüstung und vor allem in der geistigen Erziehung zur ersten Armee der Welt zu entwickeln, wird Deutschland verloren sein! (...) Es gibt nur ein Interesse, und das ist das Interesse der Nation, und eine einzige Auffassung, das ist die, daß Deutschland politisch und wirtschaftlich in die Lage der Selbsterhaltung gebracht werden muß. (...)
I. Ähnlich der militärischen und politischen Aufrüstung bzw. Mobilmachung unseres Volkes hat auch eine wirtschaftliche zu erfolgen, und zwar im selben Tempo, mit der gleichen Entschlossenheit, und, wenn nötig, auch mit der gleichen Rücksichtslosigkeit. Interessen einzelner Herren dürfen dabei keine Rolle mehr spielen. (...)
II. Zu diesem Zwecke sind auf allen Gebieten, auf denen eine eigene Befriedigung durch deutsche Produktionen zu erreichen ist, Devisen einzusparen. (...)
III. In diesem Sinne ist die deutsche Brennstofferzeugung nunmehr im schnellsten Tempo vorwärts zu treiben und binnen achtzehn Monaten" - einen Monat nach Ablauf dieses Termins erfolgt der erste Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in ein anderes Land - "zum restlosen Abschluß zu bringen. Die Aufgabe ist mit der selben Entschlossenheit wie die Führung eines Krieges anzufassen und durchzuführen; denn von ihrer Lösung hängt die kommende Kriegführung ab und nicht von einer Bevorratung mit Benzin. (...)
IV. Es ist ebenso augenblicklich die Massenfabrikation von synthetischem Gummi zu organisieren. Die Behauptung, daß die Verfahren vielleicht noch nicht gänzlich geklärt wären und ähnliche Ausflüchte haben von jetzt ab zu schweigen. (...) Es ist vor allem nicht die Aufgabe staatlich-wirtschaftlicher Einrichtungen sich den Kopf über Produktionsmethoden zu zerbrechen. Dies geht das Wirtschaftsministerium gar nichts an. (...) Entweder wir besitzen heute eine Privatwirtschaft, dann ist es deren Aufgabe, (...), oder wir glauben, daß die Klärung der Produktionsmethoden Aufgabe des Staates sei, dann benötigen wir keine Privatwirtschaft mehr. (...)
V. Die Frage des Kostenpreises dieser Rohstoffe ist ebenfalls gänzlich belanglos, denn es ist immer noch besser, wir erzeugen in Deutschland teurere Reifen und können sie fahren, als wir verkaufen[124] theoretisch billige Reifen, für die das Wirtschaftsministerium aber keine Devisen bewilligen kann. (...)
Ich stelle damit folgende Aufgabe: I. Die deutsche Armee muß in vier Jahren einsatzfähig sein. II. Die deutsche Wirtschaft muß in vier Jahren kriegsfähig sein."[125]
Eine deutlichere Zustimmung zu einer bedingungslosen Finanzierung und Unterstützung der Forschungs- und Entwicklungsinteressen der I.G. von politischer Seite und eine klarere Absage an die Spar- und Vorratshaltungspläne des amtierenden Generalbevollmächtigten für die Wehrwirtschaft Hjalmar Schacht hätte wohl kaum gegeben werden können. Die I.G. konnte mit Krauch höchst zufrieden sein. Leider mussten Hitler und die I.G. wegen der "Zwischenfälle" in Polen diese Zeitvorgabe aber noch um ein Jahr verkürzen und den Krieg schon 1939 beginnen.
Dieses Memorandum, von dem bezeichnenderweise Schacht als eigentlich Betroffener absichtlich keine Kopie erhalten hatte, war so eindeutig, dass Kriegsminister Werner von Blomberg daraufhin von Göring eine Erhöhung des Wehretats für 1937 um 42% erbat!
Sechs Wochen später wurde Göring von Hitler zum 'Beauftragten des Vierjahresplans' ernannt und versetzte seine bisherigen Mitarbeiter des Rohstoff- und Devisenstabes in das neue Amt für den Vierjahresplan.
Carl Krauch blieb Leiter der F+E-Abteilung, mit einem Stab von Mitarbeitern, der hauptsächlich aus der I.G. kam. So erhielt z.B. Johannes Eckell die Leitung der Abteilung für die Entwicklung des Kunstkautschuks - und die I.G. konnte ihre Verhandlungen über das Buna-Projekt von nun an erfreulicherweise direkt mit Eckell (ihrem ehemaligen Mitarbeiter) führen.[126] Dies war kein Einzelfall, denn im Herbst 1939 waren immerhin 20 der 98 akademisch vorgebildeten F+E-Mitarbeiter Angestellte der I.G.
Der Vierjahresplan als Ganzes umfasste an sich Kohle, Eisen und Chemie; jedoch sollte allein die Chemie-Industrie während der nächsten Monate 90% der Mittel erhalten, von denen wiederum 72,7% an die I.G. gingen. Die Größe des Anteils der I.G. veranlasste den Chef der Abteilung für Chemie-Industrie im Wirtschaftsministerium zu der Bemerkung: "Der Vierjahresplan war praktisch ein I.G.-Plan."
Einige Unternehmer protestierten gegen die Bevorzugung der I.G. und die beiden pharmazeutischen Unternehmen Schering und Merck verweigerten die Zusammenarbeit, da sie befürchteten, dass ihre Produktionsgeheimnisse der I.G. zugänglich gemacht würden, ohne dass sie einen entsprechenden Gewinn daraus zögen.[127]
Schacht schloss sich zwar noch der Opposition gegen die I.G. an, doch seine Tage als Mann von Einfluss im Nazi-Deutschland waren gezählt. Nach seinem Rücktritt als Wirtschaftsminister hatte er bis Ende 1937 alle seine übrigen Ämter verloren und befand sich 1944 (in Folge des Attentats auf Hitler) im KZ.
Das Jahr 1937 brachte dann schließlich auch für die I.G. als Ganzes die entscheidende Veränderung: Direktoren und Aufsichtsräte wurden 'nazifiziert' (s.o.) Im August 1938 setzte der I.G.-Manager Carl Krauch zum letztem Ansturm an. Jetzt wollte er alles, was eine Interessengemeinschaft an einem Staat interessieren kann: nicht Führer, nicht Kanzler, nicht Präsident wollte er sein - es genügte ja, die Rüstungspolitik und damit die Wirtschaftspolitik in seiner Hand zu vereinen. Durch die Ereignisse zur Mitte des Jahres 1938 erfuhren Krauchs Machtbefugnisse, und damit der Einfluss der I.G. auf die kommenden Entwicklungen, ihre letzte und definitive Vergrößerung: Es war zwischen dem beim Heereswaffenamt angesiedelten Vierjahresplan-Büro und Krauch zu einer Auseinandersetzung über die geplanten Produktionskapazitäten der chemischen Industrie gekommen. Krauch erreichte, dass Göring beabsichtigte, die Kontrolle über den Vierjahresplan dem Heereswaffenamt zu entziehen und an ihn zu übertragen.[128] Obwohl das Heereswaffenamt auf seiner Opposition gegen zivile Einflußnahme auf militärische Angelegenheiten beharrte, beendete Göring die leidige Auseinandersetzung zu Krauchs Gunsten und ernannte ihn am 22. August 1938 (der Termin für die Invasion der Tschechoslowakei rückte nahe) zum Generalbevollmächtigten für Sonderfragen der chemischen Erzeugung.[129] Göring übergab damit erstmals die Kontrolle der militärischen Rohstoffbeschaffung direkt in die Hände eines Zivilisten.
Der durch Unterzeichnung des Münchner Abkommens verzögerte Ausbruch des Krieges im Herbst 1938 gewährte Krauch ein weiteres Jahr zur Konsolidierung seiner Macht. Krauchs Herrschaft im Innersten der Macht ist im Grunde genommen als ein Sieg der Privatinitiative eines Weltkonzerns über die institutionellen Regeln staatlicher Machtausübung zu sehen. Krauch war damit letztendlich das geworden, was Duisberg im September 1916 in seinem Brief an Bauer gefordert hatte: Munitionsdiktator. Und er war noch weit mehr. Das NSDAP-Mitglied Carl Krauch verkörperte die Einheit von Partei, Staat und I.G. Krauch, der neben dem Amt immer Gelegenheit fand, seine normalen Pflichten als I.G.-Vorstandsmitglied zu erfüllen, war für die I.G. in seiner Doppelfunktion wertvoller als eine Lizenz zum Drucken von Reichsmark.[130]
Die Führungsrolle der I.G. bei den industriellen Kriegsvorbereitungen war zu jenem Zeitpunkt unangefochten. Ihre Fabriken und Laboratorien machten Überstunden für Hitlers geplanten Überfall auf die Welt. Die Tatsache, dass man den Vierjahresplan zu einem I.G.-Plan gemacht hatte, bewies seinen Wert für die I.G. - und für Deutschland. Die eindeutige Abhängigkeit der gesamten deutschen militärischen Versorgung von der I.G. wurde nach Kriegsende von einem amerikanischen Untersuchungsausschuss im O.M.G.U.S.-Bericht (siehe folgende Seiten, vgl. hierzu auch Kap. 5.2) dargestellt:
Die zweite Grafik zeigt übrigens deutlich, wie wenig die Produktionskapazität der I.G. unter den fürchterlichen Kriegszerstörungen gelitten hat - ganz im Gegensatz zu den massiv zerstörten Städten und Arbeitersiedlungen. Dies als Zufall zu bezeichnen, vermögen wohl nur völlig naive OpportunistInnen. Und spätestens hier wird es erlaubt sein, nach den alten Banden zwischen der I.G. und den USA zu fragen: „Warum denn die US-Bomber, die schon seit Jahren ihre Bombenlast über deutsche Arbeiter, über Frauen und Kinder abluden, so entsetzlich lange zögerten, das Herz des deutschen Krieges, die Fabriken der I.G. zu zerstören? Sind große Hydrierwerke wirklich schwerer zu treffen als Frauen und Kinder? Oder ist es so, dass auch in den USA der Glaube an die Unverletzlichkeit des Privateigentums größer ist als der Glaube an die Unverletzlichkeit des Menschen?"[131]


"Um die deutsche Rohstoffversorgung sicherzustellen, ist der Vierjahresplan geschaffen. Die Chemie ist der Universalhelfer in diesem Vierjahresplan. Der Hauptsachverständige für Chemie im Rahmen des Vierjahresplanes ist ein Chemiker. Es ist derselbe Chemiker, der sein Feldbett inmitten der Montagestätte aufgeschlagen hatte, als der Bau des Leuna-Werkes in so erstaunlich kurzer Zeit durchgeführt werden mußte. Er hat damals Tag und Nacht dafür gesorgt, daß alles zum Bau Erforderliche rechtzeitig zur Stelle war. Es ist derselbe Chemiker, der später von Carl Bosch den Auftrag erhielt, aufgrund der Erfahrungen mit der Ammoniaksynthese die Benzingewinnung aus Kohle durchzuführen. Er hat bekanntlich auch diese Aufgabe - ebenso wie den Ausbau des Leuna-Werkes - unter rücksichtslosem persönlichem Einsatz und großzügigster Beschaffung aller sachlichen Mittel in erstaunlich kurzer Zeit gemeistert. In seiner Hand liegt jetzt der Bau des großen Rohstoffwerkes des Vierjahresplanes. Er verfügt als Leiter des Reichsamtes für Wirtschaftsausbau außerdem über einen hinreichend großen Stab von Sachverständigen, die ständig viele tausend Vorschläge von Chemikern und Erfindern prüfen und den Stellen, die sie ausführen können, zuleiten. Das deutsche Volk kann die Gewißheit haben: Was sich organisieren läßt, ist organisiert. (...)"[132]
"(...) Hinter der sich zum letzten Großangriff bereitstellenden deutschen Wehrmacht steht heute mit ungezählten Kämpfern die Großmacht Chemie, Rohstoffe gewinnend, wirtschaftliche Bedarfslücken schließend, mit so manchen Überraschungen aufwartend, die weniger vorauszusehen als auf allen sonstigen Wissensgebieten [sind]."[133]
Krauch wurde zum Symbol des Rüstungsbeitrags der I.G. Auf einer Geburtstagsfeier zu seinen Ehren bedankte sich Göring bei Schmitz dafür, dass er ihm Krauch überlassen hatte. Als der Krieg schließlich ausbrach und Deutschlands Wehrmacht Europa überrannte, überreichte Hitler Krauch persönlich das 'Eiserne Kreuz'. Er nannte Krauch einen Mann, der großartige Siege auf dem Schlachtfeld der deutschen Industrie errungen habe. Nach 1948 wurde Prof. Dr. Dr. Carl Krauch Aufsichtsratsmitglied der Buna Werke Hüls GmbH, Marl.
Nie zuvor in der Geschichte der Kriegführung hatten ein Industriekonzern und ein Industrieller eine so wichtige Position bei der militärischen Planung und Vorbereitung eines Krieges. Schlieffen (vgl. Kap. 1) war wahrhaft tot.



[118] O.M.G.U.S.: Ermittlungen gegen die I.G. Farben – Hrsg. Hans Magnus Enzensberger; Verlag Franz Greno, Nördlingen 1986 (Sonderband der Anderen Bibliothek); ISBN 3-891-900-198; S.2.
[119] O.M.G.U.S.: Ermittlungen gegen die I.G. Farben – Hrsg. Hans Magnus Enzensberger; Verlag Franz Greno, Nördlingen 1986 (Sonderband der Anderen Bibliothek); ISBN 3-891-900-198; S.16.
[120] "Trials of War Criminals, Bd. 12, Washington 1952, S. 430ff." und "Eichholz, Dietrich; Schumann, Wolfgang: Anatomie des Krieges, Berlin 1969 S.130" — zitiert nach: Köhler, Otto: ... und heute die ganze Welt; Die Geschichte der I.G. Farben und ihrer Väter – Rasch und Röhrig Verlag: Hamburg, Zürich 1986; ISBN 3-89438-010-1; S. 251.
[121] D. Eichholtz, Geschichte der deutschen Kriegswirtschaft 1939-1945, Bd. 1, S. 41, Berlin 1984. — zitiert nach: Schneckenburger, Arthur: Die Geschichte des I.G. Farben-Konzerns; Bedeutung und Rolle eines Großunternehmens – Pahl-Rugenstein: Köln 1988; ISBN 3-7609-5242-9; S.80.
[122] Eidesstattliche Erklärung Gorr, Fall 6, Film 410, Dokument B 6, S. 52ff, NI-7611. — zitiert nach: Schneckenburger, Arthur: Die Geschichte des I.G. Farben-Konzerns; Bedeutung und Rolle eines Großunternehmens – Pahl-Rugenstein: Köln 1988; ISBN 3-7609-5242-9; S.80.
[123] Borkin, Joseph: Die unheilige Allianz der I.G. Farben; eine Interessengemeinschaft im Dritten Reich – Campus Verlag: Frankfurt/Main, New York 1979, 1990 (Bd. 1030); S.67.
[124] müsste eigentlich "kaufen" heißen.
[125] Trials of War Criminals, Bd. 7, Washington 1952, S. 787ff und D. Eichenholtz/W. Schumann, Anatomie des Krieges, Berlin 1969, S. 144-150. — zitiert nach Köhler, Otto: ... und heute die ganze Welt; Die Geschichte der I.G. Farben und ihrer Väter – Rasch und Röhrig Verlag: Hamburg, Zürich 1986; ISBN 3-89438-010-1; S.246ff.
[126] NI-9767, S. 2, beeidigte Erklärung des Erich Gritzbach und NI-7241, S. 9-10, beeidigte Erklärung des Ernst Struss. &mdash zitiert nach: Borkin, Joseph: Die unheilige Allianz der I.G. Farben; eine Interessengemeinschaft im Dritten Reich – Campus Verlag: Frankfurt/Main, New York 1979, 1990 (Bd. 1030); S. 70.
[127] NI-10.035, S. 35, beeidigte Erklärung Hagert.
[128] Borkin, Joseph: Die unheilige Allianz der I.G. Farben; eine Interessengemeinschaft im Dritten Reich – Campus Verlag: Frankfurt/Main, New York 1979, 1990 (Bd. 1030); S. 72.
[129] Borkin, Joseph: Die unheilige Allianz der I.G. Farben; eine Interessengemeinschaft im Dritten Reich – Campus Verlag: Frankfurt/Main, New York 1979, 1990 (Bd. 1030); S. 74. — Köhler, Otto: ... und heute die ganze Welt; Die Geschichte der I.G. Farben und ihrer Väter – Rasch und Röhrig Verlag: Hamburg, Zürich 1986; ISBN 3-89438-010-1; S. 266.
[130] Köhler, Otto: ... und heute die ganze Welt; Die Geschichte der I.G. Farben und ihrer Väter – Rasch und Röhrig Verlag: Hamburg, Zürich 1986; ISBN 3-89438-010-1; S. 264.
[131] Köhler, Otto: ... und heute die ganze Welt; Die Geschichte der I.G. Farben und ihrer Väter – Rasch und Röhrig Verlag: Hamburg, Zürich 1986; ISBN 3-89438-010-1; S. 327.
[132] Greiling, Walter: Chemiker kämpfen für Deutschland, Berlin 1940 S. 27 — zitiert nach: Köhler, Otto: ... und heute die ganze Welt; Die Geschichte der I.G. Farben und ihrer Väter – Rasch und Röhrig Verlag: Hamburg, Zürich 1986; ISBN 3-89438-010-1; S. 252.
[133] zitiert nach: Schreiber, P.W.: (Buchbesprechung von "Chemiker kämpfen für Deutschland"), S. 89.