"Es gibt Schuld, die sich Menschen eingestanden - oder abgeleugnet haben. Jeder, der die Zeit mit vollem Bewußtsein erlebt hat, frage sich heute im stillen selbst nach seiner Verstrickung." (Richard v. Weizsäcker am 8. Mai 1985)
In weiten Bereichen der deutschen Industrie wurden während des 2. Weltkrieges Zwangsarbeiter eingesetzt. Dies ist bekannt. Daher kann auch die Aussage nicht überraschen, dass dies auch in mehreren Werken der I.G. Farben der Fall war und die Zahl der beschäftigten ausländischen 'nichtfreiwilligen Arbeitskräfte'[348] durchschnittlich 10% und die der KZ-Häftlinge rund 9% betrug, jeweils bezogen auf die Gesamtbelegschaft.[349] Doch diesen 9% meist jüdischen KZ-Häftlingen und ihrem jahrzehntelangen Kampf um Entschädigungen ist es zu verdanken, dass diese Zahlen nicht bloße Fußnoten des Kapitels 'Industrie im Krieg' blieben sondern sich der Name eines Konzentrationslagers untrennbar mit der Geschichte der I.G. Farben verbunden hat: Auschwitz. In unmittelbarer Nähe des Konzentrationslagers hatten die I.G. Farben im Frühjahr 1941 mit der Errichtung einer Buna-, d.h. Kunstkautschuk-Anlage begonnen. Dabei wurden von Anfang an KZ-Häftlinge für die Arbeit herangezogen. Insgesamt kamen bei Aufbau und Betrieb allein dieses einen Werkes 23.000 Menschen ums Leben.[350]
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