Wanderausstellung: ...von Anilin bis Zwangsarbeit

"Wir erhielten Ihre Antwort, jedoch erscheint uns der Preis von 200RM pro Frau zu hoch. Wir schlagen vor, nicht mehr als 170RM pro Kopf zu zahlen. (…) Wir brauchen ungefähr 150 Frauen." - "Wir bestätigen Ihr Einverständnis. Bereiten Sie für uns 150 Frauen in bestmöglichstem Gesundheitszustand vor (...)" - "Erhielten den Auftrag für 150 Frauen. Trotz ihres abgezehrten Zustands wurden sie als zufriedenstellend befunden. Wir werden Sie bezüglich der Entwicklung der Experimente auf dem laufenden halten (...)" - "Die Versuche wurden gemacht. Alle Personen starben. Wir werden uns bezüglich einer neuen Sendung bald mit Ihnen in Verbindung setzen (...)."

Dieser Auszug stammt aus einem Briefwechsel des Lagerkommandanten von Auschwitz mit Bayer Leverkusen über den Verkauf von 150 weiblichen Häftlingen zu Versuchszwecken. Dies ist ein schockierendes Beispiel über den menschenverachtenden Umgang mit Lagerinsassen zu Zeiten des Dritten Reichs. Neben BASF, Hoechst und anderen Chemieunternehmen gehörte Bayer Leverkusen zu der I.G. Farben, welche vielen noch ein Begriff aus der lebhaften öffentlichen Diskussion um die Jahrtausendwende ist. Die Ausstellung ...von Anilin bis Zwangsarbeit beleuchtet die Geschichte der I.G. Farben von den Umständen ihrer Entstehung bis zur Entflechtung nach den Nürnberger Prozessen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf ihrer Rolle während des Dritten Reichs und dem Zusammenspiel von (chemischer) Forschung mit dem Konzept der Konzentrationslager.

Diese Ausstellung, bestehend aus 21 Stoffbahnen, wurde von der BundesFachTagung der Chemiefachschaften erstellt und soll nun als Wanderausstellung der Öffentlichkeit näher gebracht werden. Der geplante Zeitraum hierfür beginnt im Januar 2009 und erstreckt sich vorerst über ein Jahr. Die Ausstellung soll im deutschsprachigen Raum an den einzelnen Standorten für jeweils zwei bis drei Wochen erfolgen/ präsentiert werden. Die Online-Version des zugehörigen Readers ist auf dieser Seite abrufbar.

Vorab wurde sie an der Technischen Universität Wien ausgestellt. Interessenten können sich unter Angabe des gewünschten Ausstellungszeitraumes an das Sekretariat der BuFaTaChemie wenden. Die Verleihordnung und Nutzungsvereinbarung sind hier einsehbar.
Das Sekretariat leistet auch gerne weitere Unterstützung z.B. bei der Suche nach geeigneten Referenten.


Weitere Stationen der IG-Farben Ausstellung:
TU Wien 01.02.2009 - 31.03.2009
VHS Aachen 05.05.2009 - 24.05.2009
TU Braunschweig 01.11.2009 - 18.12.2009